Eischte Weltkrich zu Lëtzebuerg & Industrie
Première guerre mondiale au Luxembourg & Industrie
Erster Weltkrieg in Luxemburg & Industrie


Char léger d'infanterie Renault FT-17, construit par Berliet, 9.1918 (Canon 3,7 mm, moteur Renault 39 cv) à Expo à Bascharage (Photo: jmo)


E puer Beispiller - Quelques exemples - Einige Beispiele - Some examples:

Historique - Geschichtlicher Überblick
   
 


Luxemburg Adolfbrücke 1914 - 1915 (Carte postale: Verlag W. Capus, Luxemburg (Gare) Nr 412; Collection: Laurent Weber)


Luxemburg Nordbahnviadukt 1914 - 1915 (Carte postale: Verlag W. Capus, Luxemburg (Gare); Collection: Laurent Weber)

1914-1918 Première guerre mondiale - Erster Weltkrieg
   
6.8.1914

Steinfort. 6. August. Betriebseinstellung. Wegen der Kriegsunruhen hat die Firma Hase und Schott die Planierungsarbeiten am neu zu errichtenden Werke eingestellt. Die dort beschäftigten Arbeiter, etwa 100 Mann, wurden ausgelöhnt und reisten ab.

(OMZ: 11.8.1914)

21.8.1914


Gesellschaft für den Bau von Eisenbahnen in der Türkei
Bau der Bagdadbahn II - Bauabteilung III

Aleppo, den 21.8.1914

Liebe Mutter,

Bin wieder in Aleppo. Beim Ausbruch des Krieges wurden alle Arbeiten eingestellt. Sämtliche Deutschen haben die Bahn verlassen, selbst die, welche untauglich zu den Waffen, haben Frau und Kind der Bahnverwaltung überlassen und sind mit in den Krieg gezogen. Wir sind jetzt nur noch 10 Mann hier, alles Nichtdeutsche.
Ich werde wahrscheinlich noch nicht nach Hause kommen, da die türkische Regierung die Bahn bis Ras al-Ain (Ras al Ain) fertig haben will. Voraussichtlich werde ich im September die Arbeiten wiederaufnehmen. Viele Grüsse, Adolf


Brief von Bastendorff Adolf an seine Mutter (Collection: Serge Kugener)

31.8.1914

Der Deutsche Kaiser und seine Gefolgschaft in Luxemburg, u.a.:

Alle Hotels sind für das unermeßliche Gefolge des Kaisers sowie für die Behörden reserviert.

Auf dem Dache der deutschen Gesandtschaft, wo seine Majestät Wohnung bezogen hat, sind drei Maschinengewehre aufgestellt.

In der deutschen Gesandtschaft sind untergebracht: der erste Kommandant des Großen Hauptquartiers Exzellenz von Plessen, General-Leutnant von Chelius, der Flügeladjutant von Mutius, der Leibarzt, Chef des Generalstabes von Niedner, die Leibärzte von Ilberg und von Wetzel.

Im Hotel Brasseur sind: der Kriegsminister und dessen Geschäftszimmer, der Staatssekretär des Reichsmarineamtes, die königl. Bayerischen, Sächsischen und Württembergischen Militär-Bevollmächtigten, der K.K. Österreich. Feldmarschall-Leutnant Graf Stürgkh, der K.K. Österreich. Oberstleutnant Bienert, der deutsche Gesandte von Buch, und Prinz Friedrich Leopold.

Im Hotel Staar sind der Generaladjutant Marschall von Gontard, Flügeladjutant von Estorff, Flügeladjutant von Caprivi, Graf von Moltke, Graf von Hirschfeld, der „Vortragende Generaladjutant“, das Marine- und das Zivil-Cabinet, der Gesandte Exc. von Treutler, das Oberhofmarschallamt, der Prinz Schönburg-Waldenburg, und der 2. Kommandant des Großen Hauptquartiers.

Im Hotel Central ist die Kaiserliche Marstall-Verwaltung.

Im Hotel de Paris ist die Kraftwagen-Fernsprech-Abteilung.

Im Hotel Continental ist der Chef der Feldtelegraphie und der Feldoberpostmeister.

Das Haus Dutreux haben der Reichskanzler und sein Kabinet inne.

Im Hotel Moderne sind die Verpflegungsoffiziere und der Feldintendant des Großen Hauptquartiers und sein Kabinet.

Im Hotel Moes-Guichard das Amt der Feldpolizei.

Im Hotel Clesse das freiwillige Autokorps.

Im Hotel Kons-Haas der Etappen-Kommandant.

Im Hotel d’Anvers dessen Bureau und Magazin.

Im Hotel Brosius die Hauptwache (1. Landsturm-Infanterie-Bataillon).

In der alten Sparkasse Wohnung und Bureau des General-Intendanten des Feldheeres, das Bureau des Chefs des Admiralstabes, das Kabinet des Staatssekretärs des Reichemarineamtes, der Chef des Sanitätswesens und die Stabswache.

Im Hotel Cravat sind die Offiziere der Intendantur des Großen Hauptquartiers: die Geheimräte Funcke, Pitschmann, Major Liedsche und Oberleutnant Bock; der Leiter des politischen geheimen Polizei, Hauptmann Kuntze.

Im Cölner Hof, welcher 2 deutsche und 1 luxemburger Fahne gehißt hat, haben der Oberst Zoeliner und Kapitän von Rochow, der Chef des Generalstabes des Feldheeres (dessen Büros sind in der städtischen Primärschule untergebracht), der General-Quartiermeister, der Große Generalstab, und der Chef des Feldeisenbahnwesens Quartier genommen.

Die Räume des Bürgerkasinos sind mit Beschlag belegt, Küche, Keller und Säle sind an die Deutschen vermietet.

....

(OMZ: 2.10.1920)

   
9.1914

Luxemburg, 10. September 1914: Rotes Kreuz. Die in Porz am Rhein wohnenden Luxemburger haben für das Rote Kreuz gestiftet: Herr Direktor G. Reisen 1000 Mark und die luxemburgischen Beamten der Hütte 200 Mark. Die Hütte zahlt an 200 Arbeiter volle Löhne und an die Beamten volles Gehalt, obgleich sie außer Betrieb ist; sie unterstützt die Familien der sich im Kriege befindenden Arbeiter und läßt während der Dauer des Krieges ihre 146 Wohnungen mietfrei. Ferner stellt die Hütte ein Kriegslazarett von 40 bis 50 Betten und 4 barmherzige Schwestern.

(OMZ 10.9.1914)

   
  Feldpostkarte (angekommen am 16.10.1914)

Mosaikfabrik Wasserbillig (Carte postale: Verlag I. Rienermann, Wasserbillig und Langsur; Collection: industrie.lu)

Arlon 8.10.1914
Liebe Eltern!
Wir sind hier in Belgien mit großem Hunger angekommen. Unser letzte Kost war heute Morgen 1/2 G Brot mit Wurst, dann in Luxemburg um 1.(?) Nachmittag dasselbe.
Sonst gut mG. Hermann

an Familie Oskar Lange
93 Ludwigstraße
Neu-Isenburg
   
5.11.1914

Der Fernsprechverkehr wird dieser Tage im gesamten Inland wieder freigegeben mit der Einschränkung, daß nur hochdeutsch gesprochen werden darf. Die Freigabe war bereits für Dienstag angekündigt, hat sich aber durch ein Mißverständnis zwischen der Regierung und der Militärbehörde um einige Tage verzögert.

Briefverkehr nach Frankreich und England. Die Post-Direktion teilt mit: Briefe aus Luxemburg nach Frankreich und England können in offenem Umschlag wieder zur Versendung kommen. Diese Briefe werden der Schweiz überwiesen und müssen auf der Adressseite den Vermerk:"Voie de Suisse" oder "Via Schweiz" tragen. 

(OMZ: 5.11.1914)

   
12.1914 Bahnwache - Landsturm Köln 12.1914 -  Wasserbillig
Bahnwache - Kölner Landsturmsruh 12.1914 - Gerhard Beckers; Wasserbillig (Collection: industrie.lu)
Wer hät gedacht, daß ich im Feld,
Um Weihnacht, noch müßte stehn,
Daß ich kein Bäumchen reich erhellt,
Zu Hause werde sehen.

Ich sehe nur der Sterne Schein,
Hier in der kalten Nacht,
Und möchte doch in der Heimat sein,
Wo meiner jetzt wird gedacht.

Wasserbillig, 1914
Frohe Weihnachten
Sendet
Gerhard Beckers
   
2.1915

Kleidungsstücke für die Opfer des Krieges werden wochentäglich von 10-12 und 2-4 Uhr im Büro des Unterstützungsvereins Ecke Poststraße und Bahnhofavenue in Esch/Alzette (welche Ecke?) gesammelt.

(t: 15.2.1915)

 

   
1914/18 Arrêt de la production à la Fabrique d'allumettes PAULY faute de matières premières
Locaux requisitionnés par l'armée allemande, qui y installa une écurie de chevaux
   
1914/18

Fabrikation von Handgranaten und Stinkbomben während des 1. Weltkrieges bei Utzschneider & Jaunez, Wasserbillig

(OMZ: 4.9.1920)

   
1914, 1915
Comptoir Métallurgique de Longwy (Collection: industrie.lu)
Bureau Temporaire de Paris, 7 rue de Madrid (Guerre 1914-1915)
Téléphone: WAGRAM 4949
   
1915
Kriegsgefangenenlager Bergwerk Rothe Erde, Deutschoth - 27.7.1915 - Russen-Inspektion - Wachkommando Deutschoth (Collection: industrie.lu)
   
8.1915

Heimkehr mit Hindernissen.

Während des verflossenen Semesters studierte Herr Marius Claude aus Luxemburg, Neffe des italienischen Vizekonsuls Claude, an der Universität in Freiburg. Am 30. Juni hatte er seinem Oheim, der unterdessen mit dem italienischen Gesandten, dem Grafen della Torre, nach Rorschach übergesiedelt war, einen Besuch abgestattet, um dann nachhause zurückzukehren. An der Grenze wurde er von der deutschen Militärverwaltung nicht durchgelassen. Er kehrte deshalb nach Freiburg zurück; am 29. Juli versuchte er neuerdings, nach Luxemburg zu kommen. In Otterbach (Baden) wurde er festgenommen und dann nach Lörrach, Lindau und schließlich nach München gebracht. Er stand unter der Anklage, infolge seiner Verbindungen mit dem italienischen Gesandten Graf della Torre und seinem Oheim Spionage getrieben zu haben. Vierzehn Tage lang war er in einem Zivilgefängnis interniert. Am 9. August wurde ein erstes Urteil gegen ihn gefällt, das seine Internierung bis nach, dem Kriege aussprach. Auf seinen Einspruch hin wurde er am 14. August freigesprochen und ihm die Rückkehr nach Luxemburg gestattet, wo er Montag abend eintraf. (LBZ: 19.8.1915)

   
10.8.1915

Am 10. August waren in den Grubenbetrieben nur mehr 1240 Arbeiter gegen 5370 im Juni beschäftigt.

(LW: 6.12.1915)

   
<=9.1915
Bataillon Kammermeisterei und Waffenmeisterei (?) (3. Kompanie 2. Landsturm Infanterie Bataillon Deutz) in der Merscher Gerberei (Source: https://www.ebay.de/itm/133298952523?ul_noapp=true)
   
12.1915

Nachmusterung der Geburtsjahrgänge 1873 bis einschl. 1897, am Mittwoch 29.12.1915 Vormittags 9 Uhr, in der nach der Peterstrasse Nr. 2 (Villa Madeleine) verlegten Kanzlei, woselbst die Musterung vorgenommen wird.

K.u.k. österreichisch-ungarisches Consulat in Luxemburg

(LW: 24.12.1915)

   
10.1915

Einführung eines Warnsystems bei Fliegerangriffen

Wie die Regierung bereits bekannt gegeben hat, sollen Maßregeln getroffen werden, um bei der Wiederholung etwaiger Fliegerangriffe die Bevölkerung zu warnen und in die Lage zu setzen, sich so viel als tunlich zu schützen. Das einzuführende Warnsystem soll aus Sirenen bestehen, die von der Telephonzentrale aus in Tätigkeit gesetzt werden. Hr. Telegrapheninspektor Fischer hat sich dieser Tage nach Trier begeben, um diese Einrichtung zu studieren. Die Fabrikbesitzer der Stadt und Umgebung sollen ebenfalls eingeladen werden, beim Erscheinen von Fliegern ihre Fabriksirenen in Tätigkeit zu setzen. Für die Bevölkerung werden genauere Vorschriften erlassen, wie sie sich im Falle, wo Flieger angemeldet werden, zu verhalten hat.

(OMZ: 12.10.1915)

   
10.1915
Burbacher Hüttenwerk - 22.10.1915 (Carte postale: Originaldruck Reinicke & Rubin, Dresden 40521; Collection: industrie.lu)

zurück! Ansichtspostkarten nach dem Ausland unzulässig. (Hier Schweiz)
   
1916


« Pétrograd 1916 - Notre jardin - Les soldats blessés russes en convalescence » - (Collection famille de Muyser-Huck, Luxembourg)

Assis au milieu de la deuxième rangée : M. Raymond de Muyser (* 21.7.1872), ingénieur diplômé, directeur technique à la Société anonyme de l'Usine à cuivre et à tubes, ci-devant E. Rosenkrantz, et Mme Marguerite (Gritty) de Muyser - Wurth (* 25.5.1874).
Assis dans la première rangée : M. Fernand de Muyser (* 9.2.1902) et Mlle Gilberte de Muyser (* 3.11.1903) - Mlle Lydie de Muyser (* 30.10.1905) et M. Alfred de Muyser (* 27.7.1900).

   
 
Haus Débicke - Fliegerangriff auf Luxemburg am 18.6.1916 (Photo collection: industrie.lu)
   
18.6.1916

Fliegerangriff auf Luxemburg-Stadt:

Unter anderem die Schuhcremefabrik Schaafs - Wolter wird durch Bombardement beschädigt

(Collection: industrie.lu)

   
 
Michel Funck, Luxembourg-gare, avenue Adolphe (= avenue de la Liberté) - une maison atteinte par une bombe à Luxembourg - 18.6.1916 (Carte postale: Edit. Th. Wirol, Luxembourg-Gare; Collection: industrie.lu)
   
4.7.1916 Dècès de Juttel Ernest, élève ingénieur, légion étrangère - régiment de marche, au champ d'honneur à Dompierre (Somme / France)
   
   
8.1916
Postkarte der Papierfabrik Cham A.G. Cham (Schweiz) an die Papierfabrik & Holzschleiferei Manternach - 28.8.1916 (Collection: industrie.lu)

Auslandstelle Trier freigegeben
   
2.1917
Carte postale - Postkarte vom 3.2.1917 der Clouterie - Tréfilerie des Flandres S.A. à Baldauff Pierre - Eisen und Metalle, Esch/Alzette - Freigegeben von der Überwachungsstelle des VIII Armeekorps, Trier (Collection: industrie.lu)
   
   
 
1917 - Martin’s Cinéma Parisien - Rue Clairefontaine - Schoulberg Nr. 9 - Alleininhaber : Architekt M. Martin-Hengen - Propriétaire et Successeur de H. Maarzen. - Films : Pathé Frères, Paris. - Jede Woche : Französische Kriegswochenschau. - In jeder Vorstellung : Militär - Künstler - Konzert - Piano, Geigen, Cello. - Mündliche Erklärung der Filme : Nur im Cinéma Parisien.
Dans : Grand Almanach Babert, - Almanach national luxembourgeois. - 1917, deuxième année, p.1. - Imprimerie de la Cour Victor Bück.
(Collection Ph. Aschman)
   
17.4.1917


Schlachtviehverkauf (Collection: Familie Tilges)
Verkäufer: Joseph Tilges, Dippach
Ankäufer: Bleser, Differdingen
N° 2.6.8. des Viehregisters
Wo wird gewogen: Differdingen
Preis bei Rindvieh per 50 kg Schlachtg.: 250
Beitrag zur Schlachtversicherung: 12,50

   
29.4.1917
Kontrollschein über Kartoffelablieferung (Collection: Familie Tilges)
Name des Ablieferers: Jos. Tilges, Dippach
Abgeliefertes Quantum: 150 kg
Bezahlter Betrag für Kartoffeln I. Qualität: 33 Fr.

Preis pro 100 kg Kartoffeln I. Qualität: 22 Fr.
Preis pro 100 kg Kartoffeln II. Qualität: 19 Fr.

   
10.2.1917
Le bâtiment de Jos. Giver endommagé par une bombe à Hollerich (Collection: industrie.lu)
   
<=3.1917
Da Biermangel liefere ich billigst jedes Quantum Prima Moselwein 1915 gegen sofortige Kassa

Café Kayser-Hildgen, Eich
(t: 20.3.1917)
   
17.4.1917


Schlachtviehverkauf (Collection: Familie Tilges)
Verkäufer: Joseph Tilges, Dippach
Ankäufer: Bleser, Differdingen
N° 2.6.8. des Viehregisters
Wo wird gewogen: Differdingen
Preis bei Rindvieh per 50 kg Schlachtg.: 250
Beitrag zur Schlachtversicherung: 12,50

   
 
Une maison (Bradtké) atteinte par une bombe à Luxembourg, Place de Paris - 5.6.1917 (Carte postale: Edit. Th. Wirol, Luxembourg-Gare; Collection: industrie.lu)
   
   
8.1917

Films, alte unbrauchbare, auch unbelichtete und unentwickelte, desgleichen Celluloid-Abfälle etc. kauft zu hohen Preisen

Photographie HANSEN, Mersch, Telefon 60

(LW: 14.8.1917)

   
16.10.1917
Singer & Co Nähmaschinen A.G. - Quittung (Collection: Familie Tilges)
von Herrn Tilges in Dippach
für die gelieferte Nähmaschine den Betrag von 300.- erhalten
   
1918
Die Jagd auf Cigaretten im Kriegsjahr 1918 (Collection: Frantzen Serge)
Mohrenapotheke - Heintz van Landewyck - Victor Richard
Großstraße, Luxemburg
   
24.3.1918
Vom Fliegerangriff auf Esch/Alzette am 24.3.1918 - Meisch-Leyder - P. Thorn - Zu den vier Jahreszeiten, Esch/Alzette (Carte postale: collection: industrie.lu)
   
1918 Dégâts causés par des bombes d'avion à la filature Godchaux à Ettelbrück
   
 
Fliegerangriff Clausen am 8.7.1918 (Collection: industrie.lu)
 
Begräbnisfeier der Fliegeropfer, Clausen - vor der Clausener Brauerei - 10.7.1918 (Collection: industrie.lu)
   
11.1918


Ch. Stein, Luxembourg, 37 avenue de la Gare - Hôtel de la Poste, Luxembourg, 39 avenue de la Gare (Gare) - 11.1918 - Retraite des Allemands - Rückzug der Deutschen

   
11.1918
11.1918 - Retraite des Allemands - Rückzug der Deutschen - vue du Boulevard Royal dans l'avenue Monterey - la maison avec la tour est l'ancienne maison Reuter-Reuter (direction Place d'Armes) (Collection: industrie.lu)
   
11.1918

Wiltz 14. Nov. - Aus der Richtung Bastnach langten am Dienstag in Lastautomobilen etwa 500 bis 600 französische Gefangene hier an. Sie wurden in der früheren Gerberei Faber untergebracht und von der Bevölkerung mit den nötigen Kocheinrichtungen und Lebensmitteln versehen. Mehrere Kranke wurden im Spital untergebracht. Unter den Freigelassenen befinden sich solche, die schon im Herbst 1914 bei Maubeuge in Gefangenschaft geraten und seither in allen möglichen Gefangenenlagern untergebracht waren. Die Weiterfahrt nach Luxemburg erfolgte am selben Morgen.

(OMZ: 15.11.1918)

   
21.11.1918
Entrée des Troupes américaines à Luxembourg (Carte postale: Collection: industrie.lu)
Luxembourg, coin Grand'rue et rue de la Côte d'Eich (rue du Casino)
   
 
Honneur aux Alliés - Hôtel de Ville - Château Nothomb, Pétange - 1918 (Collection: Serge Kugener)
   
1918 L'union douanière du Zollverein est dénoncée
26.11.1918

Lynchjustiz.
Esch/Alzette, Dienstag abend.

Mit den Amerikanern bürgern sich auch amerikanische Sitten hier ein. In der Minettsmetropole ging das Gerücht um, ein Lebensmittelhändler habe von den Amerikanern eine Mark pro Zuckerbohne verlangt; ein anderer für einen Esslöffel Honig 5 Fr; ein Wirt habe Belval-Etiketten als Papiergeld an Amerikaner zurückbezahlt, und dergleichen mehr. Am Dienstag, abends von 7 Uhr an, sammelten sich Gruppen von Bürgern aller Klassen in den Hauptstraßen, wo sie ihrem Anmut, laut Luft machten. War es jugendlicher Übermut, oder die Folge der Entbehrungen in den langen Kriegsjahren, oder die Entrüstung über den elenden Wucher, welcher sogar im Parlament von einem katholischen Geistlichen mit Milde entschuldigt wurde? Tatsache ist, dass eine kleine Gruppe Drohungen gegen Geschäftsleute und Bauern ausstieß und auf einmal wurden unter großem Geheul Fensterladen und Schaufenster vieler Geschäftshäuser eingeschlagen. Die Ausschreitungen dehnten sich über die ganze Stadt aus und dauerten bis Mitternacht. Man wähnte, einem russischen Judenpogrom beizuwohnen. Kein Fliegerangriff hat hier je so viel Schaden angerichtet. Diebesgesindel plündert die Läden. Vandalen rissen die Gestelle und Warenstapel zusammen und schleuderten alles auf die Straßen. Tausende von Gaffen sahen zu. Die Wohnungen der deutschen Beamten wurden ebenfalls angegriffen. Schwere Steine prasselten an Fensterladen und Türen. Klirrend sanken unzählige Fensterscheiben in Trümmer. Gendarmerie und Polizei waren machtlos. Die amerikanischen Soldaten schauten zu. ohne einzugreifen. Nur einige amerikanische Militärpolizisten schritten bald ein, als das Warenhaus Monopol vollständig ausgeplündert war. Diese willkommene Verstärkung ließ unsere Polizei wieder zur Macht gelangen, und der Mob zerstreute sich. Auch das Kasino der Gelsenkirchener Hütte, wurde angegriffen. Dort waren die deutschen Offiziere untergebracht gewesen, desgleichen im Hotel Mächler (deutsches Haus), wo die Manifestanten selbst Möbel und Bettzeug aus allen Fenstern hinauswarfen. Mehr als 30 Geschäfte, luxemburgische und deutsche (Tabakläden, Spezereigeschäfte, Ledergeschäfte, Konfektionsläden), wurden regelrecht demoliert. In besonderer Weise wurden noch mitgenommen Epicierie Gerson, Konfektionsgeschäft Herrmann. Delikatessenhandlung Alphons Becker, der Bazar Lichtenstein, Konfektionshaus Globus usw. Einzelne Stürmer wurden festgenommen. - Fazit: Nikolaus-Geschenke der Warenhäuser, Tuch und Kleider die kostbarsten Pelzwaren und Lebensmittel, Liköre verdarben auf den Straßen, ein unermesslicher Schaden ist entstanden. Kleine Geschäftsleute sind ruiniert. Schuldige entkamen und zahlreiche Unschuldige mussten für die Sünden anderer büßen.
N.B. Amerikaner waren alle neutral, mit Ausnahme der Military Policemen. Ein Soldat half letzterem einen Augenblick, wurde jedoch von anderen Soldaten näher angeschaut, und als es sich herausstellte, dass er keinen Armband mit den Buchstaben M.P. hatte, wurde ihm mit schlagenden Argumenten beigebracht, dass er, da er nicht dafür angestellt sei, keinen Polizeidienst zu verrichten habe. Er verstand und war rasch von der Bildfläche verschwunden. X.

(Die Volkstribüne 28.11.1918)

 

Esch/Alzette. 27 Nov. Über die gestrigen nächtlichen Unruhen in Esch/Alzette, welche ihren Anfang um 7 Uhr abends nahmen und in förmliche Revolte ausarteten, berichtet uns ein Augenzeuge.: „Das Bazar Lichtenstein ist gänzlich ausgeraubt, sämtliche Scheiben zerschlagen. Das Geschäft Sichel büßte einige Fensterscheiben ein; das Geschäft Innovation (Inhaber B. Herrman) wurde gänzlich ausgeraubt; das gegenüberliegende Warenhaus Monopol wurde bis zum fünften Stockwerk hinauf demoliert und geplündert; im Lebensmittelgeschäfte Gerson wurde alles kurz und klein geschlagen oder fortgeschleppt; am Hause Thoma wurden die Schaufenster eingeschlagen. Das Schuhlager Tanne in der Bahnhofavenue wurde gänzlich zerstört. Das Tabakgeschäft neben Bäckerei Stoffel in der Poststraße büßte die Fenster ein. Das Café Eldorado wurde böse mitgenommen und das Delikatessengeschäft Becker gründlich ausgeplündert. Das Haus Graff soeurs büßte die Schaufenster ein, während das Geschäft gegenüber, Globus, Inhaber Nordmann, wieder total ausgeraubt wurde. Bei der Firma Lamboray wurden die Rollläden und Schaufenster eingeschlagen, das Geschäft gründlich bestohlen. Die Fischhandlung Bossong wurde zerstört und im Café Witwe Becker flogen die Fensterscheiben ein. Am Schuhlager Barthel wurden die Rollläden eingedrückt und das Geschäft gänzlich zerstört. Der Inhaber desselben, ein Familienvater, ist vor sechs Wochen als Landsturmmann gestorben. Im Café Wagner-Leick wurden die wertvollen Glasscheiben gänzlich zerstört, ebenso im danebenliegenden Zigarren- und Modegeschäft des Fräulein Victorine Wagner; wahrscheinlich war es auf die Weinhandlung Wagner-Leick abgesehen. Im Achtviertel wurde das Konsum Geschäft Lanners-Diederich förmlich zerschlagen und geplündert; ebenso ein Konsumgeschäft auf der Ehleringerstraße. In der ganzen Brillstraße wurden alle Läden und Geschäfte zerstört und geplündert. Das „Escher Tageblatt“ schätzt den angerichteten Schaden auf einige Millionen Franken."

Esch/Alzette. 27. Nov. Die Gendarmerie und Polizei nahmen im Laufe des Tages zahlreiche Verhaftungen vor. Desgleichen wurden Haussuchungen abgehalten. Ein Teil der Abend entwendeten Sachen konnte bereits wieder eingebracht werden. Abend trafen 25 Mann Gendarmen zur Verstärkung hier ein. - Der Herr Generaldirektor der Justiz sowie der Herr Distriktskommissar waren heute Nachmittag hier und ließen sich über die Vorkommnisse eingehend Bericht erstatten. - Der Schöffenrat erließ ein Reglement, demzufolge nach einbrechender Dunkelheit jedwede Ansammlung und nach 8 Uhr abends jedwedes Betreten der Straßen verboten ist. - Heute Nachmittag waren sehr viele Bewohner der Nachbargemeinden hier, um sich die angerichteten Verheerungen anzusehen.

(LW: 28.11.1918)

 

4.1922: Gerichtsverhandlung beim Zuchtgericht

Verwüstung und Pflünderung der Geschäftshäuser bei der Revolte vom 26.11.1918 in Esch/Alzette: Spezereigeschäft Gerson, Delikatessengeschäft Alfons Becker, Warenhaus „Monopol“, Schuhgeschäft Tanne, Schuhgeschäft Leo Adler, Schuhgeschäft Isaak Selinger, Hotel Mächler, Kaufhaus „Globus“ (Inhaber Nordmann), Konsumgeschäft Fratini, Obstladen P. Theisen, Café Gillengerten, Café J. Grommesch, Café Wilhelm Breuer, Tabakgeschäft Josephine Steichen, Tabakgeschäft J.B. Theisen, Bazar Lichtenstein, Speisewirtschaft Joh. Dengler, Bäckerei Scholtes, Bäckerei Westerberg, Bäckerei J.P. Wantz, Eisenhandlung Sichel & Cie, Fischhalle Jos. Müller, Altwarengeschäft Jules Knispel, Spezereigeschäft J. B. Watrin, Spezereigeschäft Joh. Mathgen, Spezereigeschäft Witwe Moia, Spezereigeschäft Witwe Anton Bram, Gemüseladen Franz Lucas, Gemüseladen André Glodt, Gemüseladen Jean Friedrich, sowie in anderen luxemburgischen und ausländischen Geschäften aller Art ...

(LW: 5.4.1922)

   
   
1.1.1919

Je m’empresse de vous répondre à votre lettre du 18 ct. et de vous faire savoir que les Instituts techniques de Nancy sont tous disposés à recevoir comme élèves les jeunes gens du Luxembourg comme ils le faisaient avant la guerre.
...
Dans les conditions actuelles j’ai autorisé plusieurs jeunes gens à se présenter à partir du 1er janvier; j’espère qu’ils pourront suivre avec fruit l‘enseignement de la première année d’études. Je suis du reste disposé à leur faciliter le début de leurs études de façon qu’ils se mettent rapidement au même niveau que les élèves ayant déjà suivi les cours depuis deux mois.
...

Le Directeur, H. Vogt.

(LIL: 1.1.1919)

1919
Amerikanische Soldaten vor der Tabak-Fabrik Franz Kries in Echternach - 1919 (Photo collection: Serge Kugener)
   
1919
American Post-Office, Esch/Alzette - 1919 (Collection: industrie.lu)


YMCA, Esch/Alzette - 1919 Collection: industrie.lu)
   
1919
Ecole du Brill, Esch/Alzette, 56 rue du Brill - 1 place de la Résistance (Collection: Serge Kugener)
Headquarter  HQ 5th Division US Army
   
<=4.4.1919 - >=24.1.1920 Bureau Interallié de circulation
Luxembourg, 7 rue du St-Esprit

(Source: Lars Böttger)
   
22.4.1919 Abreise der 116er. Dienstag Abend um halb 7 Uhr wurde die Regimentsfahne in der Villa Metz (Park) abgeholt. Von dort begaben sich die Truppen über die Adolfbrücke zum Bahnhof. Die Abfahrt erfolgte gegen 8 Uhr. Auf ihrem Wege waren die französischen Soldaten überall der Gegenstand lebhafter Kundgebungen.


(OMZ: 26.4.1919)
   
4.1919

Dommeldingen, 22. April. (Einquartierung ) Ein amerikanischer General und eine größere Anzahl höherer Offiziere haben hier Quartier genommen.

Der General und sein Adjutant sind einstweilen in der Wohnung des Dr. Scholtes zu Eich abgestiegen, um demnächst ins Schloss des Hüttendirektors Robert Collart überzusiedeln

Unsere Gemeindeverwaltung hat die größte Mühe, das zahlreiche amerikanische Militär unterzubringen.

(DV: 23.4.1919)

   
1919

Bei der Gesellschaft Boël zu La Louvière ist inzwischen ein großer Laufkran von 30 m Spannweite eingetroffen, der irgendwo auf einem Hüttenwerk in Luxemburg (welches ?) wiedergefunden wurde. Die Eisenbahnwagen, auf dem der Laufkran in La Louvière angekommen ist, tragen den Namen „Prince Henri".

(OMZ: 5.6.1919)

   
 


Juillet 1919 - Commandant Stafford - Rue du Commerce, Kayl (Collection famille Fischer-Margue)


Juillet 1919 - Major Clark - Capt. Williams - 1 Lieutenant Morris - Rue du Commerce, Kayl (Collection famille Fischer-Margue)


Mai 1919 - Mr. R. Stafford, capt., Signal Corps, U.S.A. - Rue du Commerce, Kayl (Collection famille Fischer-Margue)

   
 
US Army: Miss Patterson & her Staff, Mersch - Y.M. 1919 c.a. (Collection: Nico Lucas)
   
7.6.1919 Heute Abend 7h30 bei BLASEN-JUNKER
Abschiedsball der Comp. E. 60. Inf.
Alle Damen müssen kommen, um das Fest zu verschönern. (t: 7.6.1919)
   
7.1919

Autotour nach Verdun oder nach andern Schlachtfeldern für 1 und mehrere Tage in Gruppen von 12 - 15 Personen unter Führung eines Mitkämpfers in den französischen Reihen : Aloys Gelhausen - Schwall, Limonadier in Grevenmacher, tél: 72

(OMZ: 22/24/26.7.1919)

11.1919

Wiltz. 3. Nov. Bekanntlich ist die deutsche Firma Adler & Oppenheimer in Straßburg im Besitz des größten Teiles der Wiltzer Lederfabriken. Die ehemalige Firma Lambert ist Eigentum oben benannter Gesellschaft. Diese kommt jetzt in Liquidation in Strasburg, gemäß den Bedingungen des Friedensvertrages, wonach alles im feindlichen Ausland gelegene deutsche Eigentum liquidiert werden soll.

1) Die Straßburger Fabrik liegt eigentlich zu Lingolsheim bei Straßburg und umfaßt eine Gesamtoberfläche von über 142 Hektar, wovon 35 Hektar mit Gebäuden angebaut sind, 15 Hektar sind bepflanzt und überdies liegen noch umfangreiche Ländereien in den Gemeinden Lingolsheim, Eckbolzheim, Ingheim, Geispolsheim, Holzheim, Ostwald und Straßburg.

2) Eine zu Benfeld im Elsaß gelegene Gerberei, mit einem Flächeninhalt von 51 Ar nebst vollständiger Einrichtung, Büromöbel, Maschinen und Rollmaterial.

3) Die Vorräte an rohem und fertigem Leder sowie die ausstehenden Guthaben.

Die Liebhaber müssen ihre Offerten vor dem 24. November einreichen.

Es bleibt abzuwarten, welchen Einfluß diese Liquidation auf die Entwicklung der hiesigen Filiale von Adler & Oppenheimer ausüben wird.

(OMZ: 4.11.1919)

   
11.1919 An die luxemburger Kriegsteilnehmer. Diejenigen Luxemburger, welche in der französischen Armee den Krieg mitmachten und ihre Demobilisations-Prämie noch nicht erhalten haben, wollen sich dieserhalb an das Bureau commercial français, Königinstraße 4 in Luxemburg wenden.

(Die Volkstribüne: 10.11.1919)
   
   
   
17.3.1920 Expulsion des Adler et Oppenheimer de la France depuis la gare de Strasbourg-Neudorf
   
1924

Albert Klein, Ingénieur - directeur, Louvroil / Maubeuge, reçoit l'ordre de Léopold (Officier) pour les services rendus à la Belgique pendant la 1ère guerre mondiale.

Albert Klein, Ingenieur - Direktor in Louvroil bei Maubeuge, erhält das Offizierkreuz des Leopoldordens für hervorragende während des 1. Weltkrieges für Belgien geleistete Dienste

(LW: 9.6.1924)

   
 

 

Bibliographie
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THE LOST LUXEMBOURG PHOTOS

The Grand-Duchy after World War I (1918-1919)

  2021 Editions LEZARTS   220 978-99959-676-8-0

Terres rouges

Histoire de la sidérurgie luxembourgeoise

Volume 5

Mohamed Hamdi

1.2018

Die luxemburgische Schwerindustrie während des Ersten Weltkrieges. Kriegswirtschaft und Rüstungsproduktion von 1914-1918

Archives nationales de Luxembourg

Ministère de la Culture

8 - 83

978-2-919773-14-5

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