Nouveau Joseph, architecte
Luxembourg


Historique - Geschichtlicher Überblick
 

Nouveau Joseph, architecte, Luxembourg (1883-1946)

   
   
   
8.1904 Nouveau Joseph, étudiant à Paris
  Ecole des Beaux-Arts à Paris
1907 Nouveau Joseph, architecte, Luxembourg
   
   
   
   
<=1925 Nouveau Joseph, architecte, 7 rue Marie-Thérèse, Luxembourg
   
<=1929, 1932 Nouveau Joseph, architecte, 27 rue Notre Dame, Luxembourg
   
4.1940 Nouveau Jos., Luxembourg, membre fondateur de la Société des Architectes diplômés Luxembourg
   
30.12.1946 Décès de Nouveau Joseph, à l'âge de 63 ans
   
 

Architekt Joseph NOUVEAU †

Diplômé par le Gouvernement français 1883-1946

Am 30. Dezember 1946 ist Hr. Joseph Nouveau, einer unserer besten Architekten im Alter von 63 Jahren aus dem Leben geschieden.

Nach glänzenden Studien an der Ecole des Beaux-Arts in Paris ließ sich Jos. Nouveau 1907 als junger Architekt in seiner Vaterstadt nieder. Ihm war eine umfangreiche Praxis beschieden, die sich in der Planung und Ausführung von vielen öffentlichen und zivilen Bauwerken äußerte.

Nach dem ersten Weltkriege kam die Verbindung mit dem, ebenfalls aus der Pariser Schule hervorgegangenen und dort diplomierten Architekten Hrn. Léon Müller zustande. Beide ergänzten einander vorzüglichst in ihrer schöpferischen Betätigung und geschmacklichen Richtung. Bei sorgfältig gewählten immer historisch charaktervollen Formengestaltungen war das Bestreben leitend, neuzeitlichen Belangen Rechnung zu tragen.
Jos. Nouveau's erster auffallender Bauauftrag ist das im gothischen Stile durchgeführte Wohnhaus Dr. Franz Delvaux in der Dicksstraße. Bis heute ist diese Arbeit in ihrem Gedankengut, ihrer Stilkenntnis und ihrem geschmacklichen Niveau erhaben über alles, was in dieser Richtung in Stadt und Land Wirklichkeit wurde.
Dem Hause Dr. Delvaux reihte sich an das Hôtel Paris Palace. Diesem folgten im Laufe der Jahre mehr als 50 andere, teils öffentliche, teils private Bauten, von denen die meisten nachfolgend angeführt werden.

Zuerst die öffentlichen:
An ihrer Spitze steht das Sanatorium in Vianden, welches wohl an Flächenausmaß bis jetzt die größte Planung und Ausführung geblieben ist.
Bauaufgaben von erheblicher Bedeutung reihen sich an: die Eicher Klinik, die Erweiterung mit teilweisem Umbau der Sparkasse, der Umbau des Bürgerkasinos und des Mausoleum auf dem Liebfrauen-Friedhofe.

An Privatbauten sind besonders hervorzuheben:
In der Avenue de la Liberté: das Bankhaus Cahen Nr. 55,
die Wohn- und Geschäftshäuser Glaesener und Dr. Gantenbein Nr. 48 und 50,
das Eckhaus Giorgetti an der Ecke avenue de la Liberté und Lessingstraße,
die Wohnhäuser Nr. 8 und 10 an der Heinestraße,
die Wohnhäuser Nr. 5 und 7 an der Schillerstraße,
das Wohnhaus J. Bapt. Soisson Nr. 3 an der Goethestraße,
die herrliche Villa P. Regenwetter, Ecke Goethe- und Zithastraße,
der Umbau der Villa Gust. Sinner an der Amalienstraße,
der Umbau der Villa Maurice Schmitz am Boulevard Joseph II,
der Umbau der Villa Franz Cox, 11 rue Joseph II,
die Villa Emil Feldes an der Brasseurstraße 16,
die Villa René Legrand an der 1bis Pierre d'Aspeltstraße,
die Villa und Druckerei Math. Huss am Boulevard de la Pétrusse,
die Villa Fernand Fischbach an der Wilhelmstraße 25,
die Villa Léon Schleich an der Wilhelmstraße 46,
die Villa Zenses-Burggraf an der Crecystraße 6,
die Villa Paul Gilbert an der Crecystraße 8,
die Villa Daniel Rousseau an der Crecystraße,
das Wohnhaus Albert Pfeiffer an der Albert I.-Straße,
das Wohnhaus Feller-Massard an der Albert I.-Straße,
das Wohnhaus A. Letellier an der Albert I.-Straße,
das Wohnhaus Em. Bastian an der Albert I.-Straße,
die Wohnhäuser Knaff-Kremer etc. an der Schefferstraße,
das Wohn- und Geschäftshaus Lambert Schroeder, Ecke Genisterstraße u. Roter Brunnenplatz,
das große Geschäftshaus der Eisenhandlung Jules Neuberg, Großstraße,
das große Geschäftshaus der Gebrüder Gilbert an der Arsenal- und Beckstraße,
die Apotheke Franz Heldenstein zu Esch-Alzette,
ein Teil der Arbeiterkolonie in Düdelingen,
die Gruftanlage Aug. Laval auf dem Liebfrauen-Friedhof,
Straßenkapellchen in Beidweiler, Mutfort, etc.

An allen Ausführungen der Architekten Nouveau und Müller wird selbst dem kritischsten Sachkenner die Entdeckung ungelöster Teile versagt bleiben. Die Durcharbeitung und die Bearbeitung der kleinsten und unscheinbarsten De tails sind beispiellos sorgfältig, abgewo- gen und nur bewundernd zu erfassen. Zu besonderer Hervorhebung zwingen die prachtvollen Details der Consolen an Erker- und sonstigen Auskragungen und die Tatsache, daß es den Architkten vergönnt war, in auffallend häufigen Fällen den Quaderbau zu pflegen. Nouveau war kein Stürmer. Mit ruhiger Gelassenheit und bescheidener Hingabe machten sich beide Architekten zu Dienern ihrer Auftraggeber. Ob die Charaktereigenschaften Nouveau's von sei nem Gesundheitszustande beeinflußt wurden, kann nicht bestimmt erfaßt werden. Jedenfalls sind ihm körperliche Leiden nicht fremd geblieben. Am Schlusse seines Lebens war die Ungewißheit über den Verbleib des einzigen Sohnes, vom Erzfeind in die preußische Uniform gezwungen, von seiner Gemahlin und ihm als schwerstes Leid zu tragen.

Nic. Petit, Stadtarchitekt i. R.

(LW: 17.1.1947)

 

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